Mama läuft!
Nun steht er vor der Tür, der erste Muttertag an dem Mama Sandy sich auch ein klein wenig selbst feiert. Lest selbst: ein Erfahrungsbericht einer frischgebackenen Mama und erfahrt warum Laufen und Bewegung in dieser Mama-Zeit für Sandy unheimlich wertvoll ist und die ganze Familie glücklich macht.

Seit September des letzten Jahres zähle auch ich zu den Beschützerinnen der künftigen WeltherrscherInnen (ich schicke einen Konstantin ins Rennen). Davor pflegte ich vor allem meine Wehwehchen von 80-140 laufenden Wochenkilometern und eigentlich wollte ich direkt laufend aus dem Kreißsaal kommen...Doch es kam etwas anders.

Eine Schwangerschaft heißt nämlich nicht nur einmal (mehr, wie in meinem Fall mit 20 kg, oder weniger) dick und wieder dünn werden, sondern dazwischen sorgen jede Menge Hormone für ein ordentliches Durcheinander. Damit es bei der Geburt besser flutscht, wird alles schön weich. Und bleibt es dann leider auch erstmal. Immerhin muss da ein kleiner Dickkopf durchs Becken, eine Belastung, die einer Regeneration bedarf, die weit darüber hinausgeht, was wir nach einem Marathon gewohnt sind.

Direkt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bin ich regelmäßig spazieren gegangen, da spürt man dann schon, wo die eigenen Grenzen liegen. Mit sportlicher Betätigung habe ich dann etwa acht Wochen nach der Geburt beginnen dürfen. Dazu bin ich in das Fitnessstudio meines Vertrauens gegangen, welches vor- und nachmittags eine Kinderbetreuung anbietet. Ich empfehle jedem, sich ein solches Studio zu suchen. Mutter sein ist ein 24 -Stunden-Job und es tut unheimlich gut, mal 1-2-3 Stunden nicht mit dem Ohr und der Aufmerksamkeit beim Nachwuchs zu sein. Erst recht, wenn man sich, was völlig normal ist, überfordert fühlt. Mir hat es anfangs die Kraft gegeben, den Rest des Tages stark genug für mein Kind da zu sein.

Anfangs bin ich überwiegend Radergometer gefahren und habe Rückbildungsgymnastik gemacht, wobei ich mir die Übungen aus dem Internet ausgedruckt hatte. Nach und nach traute ich mir auch das Laufband zu und lief erstmal nur je einen Kilometer und legte dann eine Gehpause ein, so, wie es mir möglich war, ohne Druck. Dabei war schon recht deutlich zu spüren, dass das strapazierte Becken nach unten drückt. So lange das so ist, sollte man es entspannt angehen.

Nach ein paar Wochen lief ich dann immer längere Laufabschnitte auf dem Laufband und machte mich auch mit dem Babyjogger in der freien Wildbahn auf den Weg. Wie ich es in der Erinnerung hatte, gefällt mir draußen laufen wesentlich besser als das öde Laufband und dank moderner Technik ist das Laufen mit Babyjogger nicht halb so anstrengend, wie man es sich vorstellt. Wenn man nicht gerade im Wald oder auf einem Trail lebt und läuft. Das Beste daran: man kann Sport MIT dem Kind machen.

Eines Tages fiel mir auf dem Laufband auf, dass mein Becken gar nicht mehr nach unten drückt! Yippie, das war das Zeichen für mich, dass ich nun keine Rücksicht mehr würde nehmen müssen. Da ich auch die ewig gleichen Übungen der Rückbildungsgymnastik leid war, habe ich mir in meinem Fitnessstudio einen Trainingsplan für Kraftübungen an den Geräten geben lassen, die ich nun 2-3 Mal die Woche absolviere. Die Laufkilometer versuche ich jeden Monat zu steigern und bin jetzt, 7 Monate nach der Geburt, bei etwa 50 Wochenkilometern angelangt. Es ist also noch ein weiter Weg zur alten Form.

Doch genieße ich es ungemein, meine Zeit nicht nur dem Laufen widmen zu können, sondern auch die Gelegenheit zu haben, mich auf andere Arten mit meinem Körper vertraut machen zu können. So habe ich neuerdings auch die angebotenen Kurse in meinem Fitnessstudio ausgetestet. Ob Zumba oder Yoga – jeder Kurs ist kurzweilig und erweitert den Bewegungshorizont! Jetzt ist die Herausforderung natürlich noch größer, alles, was Spaß macht unter einem Hut zu bekommen.

Bei allem Bewegungseifer nutze ich auch die Gelegenheit, mich regelmäßig in der Sauna zu entspannen und dann ist da ja auch noch mein Kind. Gemeinsam gehen wir momentan wöchentlich zum Babyschwimmen. Konstantin ist ein sehr freundliches und fröhliches Kind, was alles gern mitmacht. In der Kinderbetreuung kann er rumkrabbeln, ohne das ständig jemand „Nein!“ oder „Iibäh“ ruft und ihm an einem Bein wegzieht, dort kann er sich bei den anderen Kids abgucken, wie man Blödsinn anstellt. Vielleicht ist er so entspannt, weil ich durch die vielen Möglichkeiten, wieder Sport treiben zu können, selber entspannt und glücklich bin. Vielleicht habe ich aber auch nur Glück gehabt. Egal, woran es liegt, es kann für ihn nicht schlecht sein, wenn ich happy bin.

Ich kann allen Frisch-Muttis nur empfehlen, sich einen Babyjogger und ein ordentliches Fitnessstudio zu besorgen und sich einfach auszuprobieren. Man kann schneller wieder was mit sich anfangen, als es sich am Anfang anfühlt. Aber Wunder wird es keine geben. Mir fehlen zum Ausgangsgewicht weiterhin sechs Kilo. Alles braucht seine Zeit. Hauptsache, diese Zeit macht Spaß! Vor allem: diese Zeit kommt so schnell nicht wieder!

Ich wünsche allen „Neuen“ eine wundervolle Muttertags-Premiere!

Für mehr Running-Mama-Tipps: hier geht's zu Sandys Blog--> http://www.sandy-breitsprecher.de/

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