Rudelbildung an der Alster

»BÄÄÄM! Das hat gesessen!« Es ist an einem frühen Juni-Abend gegen 18:30, als sich eine kleine Gruppe Dänen erschöpft abklatscht und genau diese Gedanken in ihren Köpfen haben muss. Drei von ihnen sind seit kurz nach 6:00 über zwölf Stunden auf den Beinen und drehen seitdem eine Alsterrunde nach der anderen.

Crazy. Aber gab es nicht an gleicher Stelle vor zwei Jahren schon einmal solche verrückten Sachen? Ist dies etwa ein verspäteter Bericht von der alsterrunning EURO 2016? Keineswegs. Wir befinden uns inmitten der Neuauflage des spektakulären Laufturniers von damals. Parallel zur Fußball-WM in Russland wird an der Alster die alsterrunning WM 2018 ausgetragen. Und auch im Herzen Hamburgs geht es um nicht weniger als den Weltmeistertitel.

Kann man ein Lauf-Event auf die Beine stellen, das die EURO noch toppt? Zumindest war das der Plan. Einfach wird das nicht, denn die Ansprüche steigen natürlich. Aus IT-Sicht gab es auf jeden Fall das klare Ziel, dass alle Web-Seiten verzögerungsfrei erreichbar sein sollten. Und natürlich soll es möglichst keine Beanstandungen wegen falscher Runden- und Punktberechnungen geben. Diese Ziele wurden erreicht, und damit erschöpft sich der Eigenlobanteil dieses Artikels auch. Versprochen! 🙂

Schwere Bürde

Mancher EURO-Teilnehmer wollte sich wegen der hohen Laufbelastung zunächst nicht noch einmal für solch ein Event anmelden. Auch die berüchtigten Nachtläufe seinerzeit waren alles andere als familienkompatibel. Daher wird die Laufzeit der Matches bei der WM reduziert auf den Zeitraum von 6:00 bis 22:00. Mit der gleichen Intention entfällt eine besondere Bewertung der schnellsten Runde in einem Match. Die Teams bestehen aus vier Läufern statt aus sechs wie noch vor zwei Jahren. Erleichtert wird den Teams auch die Koordination beim Passieren der Messstationen zur Erlangung der Teampunkte; sie haben nunmehr sechs Sekunden dafür Zeit (vormals vier). Zu mehr Transparenz und eine Vereinfachung der Rechnung trägt die Maßnahme bei, dass Teampunkte jetzt auf Basis gemeinsam gelaufenener Streckenabschnitte vergeben werden. Schließlich musste manches Team seinerzeit sein Achtelfinalmatch wegen zeitlicher Kollision mit dem hella-Halbmarathon herschenken. Dieses Problem wird gelöst durch eine bessere Terminwahl des Achtelfinals.

Die Qualifikation

Wie schon von der alsterrunning EURO 2016 bekannt, müssen sich die Teilnehmer für das Turnier zunächst qualifizieren. In der Qualifikationswoche gilt es für die ca. 200 Angemeldeten, möglichst viele Alsterkilometer zu laufen, um zu den 128 Qualifikanten für das Turnier zu gehören. Nach Abschluss der Qualifikation werden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in 32 etwa gleichstarke Teams á vier Läufer eingeteilt (siehe FAQ für Details).

Richard Vahlhaus wird mit 166 km "Qualifikations-Weltmeister" und zeigt der Community gleich mal, wo der Hammer hängt und mit wem im Turnier zu rechnen sein wird. Viele andere etablierte Alsterrunner halten sich dagegen auffällig zurück und landen auf hinteren Quali-Plätzen – eine taktische Maßnahme, um die Chancen zu erhöhen, in ein Team mit ambitionierten Läufern zu kommen. 😉

Schon Minuten nach der Team-Auslosung am 10. Juni ändern einige Läufer ihre Profilbilder, um die Zugehörigkeit zu ihren Teams auch optisch zu demonstrieren. Diese Form der Hingabe gab es vor zwei Jahren auch schon. Neu diesmal, dass alle Läufer eines Teams mit demselben, teilweise furchteinflößenden Bild aufwarten:

Psychologische Kriegsführung schon von Anfang an. Aber sie beißen nicht, sie wollen nur laufen ...

Spielerwechsel

Bevor das Turnier losgeht, fällt erst einmal jede Menge organisatorische Arbeit an. Denn aus den verschiedensten Gründen können oder wollen qualifizierte Teilnehmer doch nicht teilnehmen. So kommen viele Nachrücker aus der Qualifikation auf dem letzten Drücker doch noch zum Einsatz. Allerdings: An einen oder gar mehrere Ersatzläufer pro Team ist jetzt bei weitem nicht mehr zu denken.

Das Turnier

Am 14. Juni geht es dann endlich los, und alle Augen sind auf das Eröffnungsmatch zwischen Russland und Saudi-Arabien gerichtet. Um Punkt 6:00 starten Henry und "Ente" an der Station Krugkoppel in das Abenteuer WM, doch trotz sieben Runden ihres Alster-Urgesteins müssen sie sich am Ende des Tages dem gut funktionierenden arabischen Kollektiv um den erfahrenen Nizar Müller geschlagen geben.

Vor zwei Jahren in völlig anderer Besetzung noch ungeschlagener Sieger der EURO, kommt die Sbornaja in diesem Turnier auch in den weiteren Matches nicht in Tritt und muss schon nach der Vorrunde die Segel streichen. Eine große Geste der EURO-Veteranen ist aber, dass sie Henry in seinem aussichtslosen Kampf gegen Uruguay im letzten Vorrundenmatch die Ehre erweisen und auf einer gemeinsamen Runde psychologisch tatkräftig unterstützen. So funktioniert alsterrunning!

Das Beispiel Russland belegt eine wesentliche Erkenntnis aus dem Turnier vor zwei Jahren: Siege können nur über die Teampunkte eingefahren werden. Und viele Läufer, die schon damals mit dabei waren, tragen diese Erfahrung mit in ihre neuen Teams hinein. Folglich wird diesmal schon von Anfang an darauf geachtet, dass möglichst immer mindestens drei – besser alle vier – Läufer zusammen auf der Strecke sind.

Mexiko, Tunesien und Polen erreichen in der Vorrunde die höchste Team-Effektivität und holen aus einer gelaufenen Runde jeweils 1,69 Punkte (1,75 Punkte sind maximal möglich, 1,00 ist der schlechteste Wert). Und letztlich macht das Laufen im Team ja auch viel mehr Spaß.

Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass bei fehlender Teamunterstützung so mancher Läufer dem heimischen Sofa den Vorzug gibt vor der schönen Alsterstrecke.

Einzelkämpfer

Nichtsdestotrotz wäre alsterrunning nicht alsterrunning, wenn es nicht auch einige Unentwegte gäbe, die sich drohenden Niederlagen notfalls auch alleine in den Weg stellen. Das Paradebeispiel eines solchen Alleingangs liefert die deutsche Mannschaft.

Der Zufall will es, dass mit Peter Bos ausgerechnet ein Niederländer in das deutsche Team gelost wird. Ein Holländer soll für Deutschland laufen – kann das gutgehen? Würde er nicht ob der Häme, die ihm von allen Seiten entgegenschlüge, schon vor dem ersten Match psychisch kollabieren? Oder würde er Deutschland einfach durch Laufverweigerung trotzig ins Verderben stürzen?

Mitnichten! Er nimmt seine Rolle als Interims-Deutscher bravurös an und ändert sogar sein Profilbild. Und auch auf der Strecke gibt er alles, um seinem Team zum Sieg zu verhelfen. Im Match gegen Schweden läuft er elf Runden und die zehnte davon sogar in 32:16 min. Eine Rundenzeit, die viele Alsterrunner nicht einmal auf einer einzigen Runde erreichen. Trotz dieses Einsatzes und der tatkräftigen Unterstützung seines Teamkollegen Julian (sieben Runden) muss sich Eisen-Pit mit seinem Team den Nordeuropäern mit 29:35 geschlagen geben. Im letzten Vorrundenmatch gibt es noch einen Trostsieg gegen das insgesamt überforderte Team Südkorea, in dem Utz und Fabian ihr Bestes geben, aber schließlich muss "Die Mannschaft" nach der Vorrunde enttäuscht die Heimreise antreten. An dem sympathischen Holländer hat es beileibe nicht gelegen.

Rauchende Colts

Obwohl diese Einzelleistungen ja schon phänomenal sind, gibt es doch einen Läufer, der selbst aus den Einzelkönnern noch hervorsticht. Es ist um 6:01 morgens an diesem 25. Juni, als der Ägypter Roland Raucher – der Name ist Programm – zu seinem Teufelsritt ansetzt und ihn erst nach 15 Runden um 20:58 beendet. Gegner Saudi-Arabien hat sich wohl zu sehr darauf verlassen, dass sie ihn punktemäßig im Kollektiv schon wieder einfangen würden. Aber nix da! Mit fulminanter Unterstützung seines Kollegen Florian fährt er den Sieg mit 35:22 für seine Pharaonen ein und sichert ihnen damit als Gruppenzweiter hinter den überlegenen Urus einen Platz im Achtelfinale. Was für ein Husarenstreich des Mannes, der eine Zigarette so effizient verstoffwechselt wie andere Energieriegel und Kohlenhydratgels!

Anschließend hatte Roland nur noch einen Wunsch:

Wir würden dir den Wunsch ja gerne erfüllen, lieber Roland, aber wir sehen da gewisse gesundheitliche Bedenken.

Tarnen, täuschen und ... gewinnen

Eine raffiniertere Strategie, um als Einzelkämpfer einem mannschaftlich überlegenen Team wie Brasilien Paroli zu bieten, verfolgt Matze Fast im Team Schweiz. Am 17. Juni schreibt er folgendes im Match-Chat:

Um kurz vor 10:00 legt er daraufhin erst einmal drei Einzelrunden vor. Deutlicher könnte die Verzweiflung aus einem Hilferuf nach Teamunterstützung des sonst so toughen Matze nicht klingen. Im sicheren Glauben, das Match locker nach Hause schaukeln zu können, kippen sich die Brasilianer daraufhin lieber ein paar Caipirinhas hinter die Binde als nachhaltig den Weg an die Alster anzutreten. Und so geschieht das, was niemand für möglich hielt: Gegen Abend laufen die Schweizer plötzlich doch noch einige Runden im Team und trotzen dem (Fußball-) Rekord-Weltmeister einen knappen 18:17-Sieg ab. Mit List und Tücke kann man also auch Matches gewinnen. Großartig, liebe Eidgenossen! Well done, Matze!

Natürlich funktioniert so ein Manöver nur ein einziges Mal, und so reicht es für die Schweizer in der Folge nur noch für einen Sieg gegen Costa Rica. Das ist zwar zu wenig für das Achtelfinale, aber die Gruppe E ist so umkämpft, dass selbst die punktlosen "Los Ticos" noch bis zuletzt eine Chance auf das Weiterkommen haben. Ihr Score von 73 würde in der Gruppe D sogar für den Gruppensieg reichen.

Bei den düpierten Brasilianern wird indes eine Initialzündung ausgelöst. Wütend über die peinliche Auftaktniederlage raufen sie sich endlich als Team zusammen, setzen sich in einem hart umkämpften Vorrundenmatch gegen die starken Serben um Kapitän Tichy durch (45:39) und qualifizieren sich doch noch mit hauchdünnem Vorsprung als Gruppensieger für die Finalrunde.

Weltmeisterschaft? – WTF!?

Vielleicht wissen einige Teams nicht, dass sich nur die beiden Gruppenbesten für die Finalrunde qualifizieren. Oder wie sonst ist zu erklären, dass sich manche Teams so gar nicht zum Laufen motivieren können?

In Gruppe D sind gleich zwei solche Mannschaften am Start. Während Kroatien zumindest noch in seinem ersten Match gegen Nigeria eine ansprechende Leistung auf dem Alsterparkett bietet, geht bei Nigeria in allen drei Vorrundenmatches gar nichts. Aber auch die Kroaten verlieren danach jegliche Motivation und schenken ihre Matches gegen Argentinien und Island einfach ab. Die wilde Horde aus Europas Norden und die Argentinier sind darüber nicht allzu betrübt, können sie doch ihre Kräfte für die Finalrunde sparen. Die minimalistischen Gauchos schaffen sogar das Kunststück, sich mit ganzen 40 Punkten als Gruppenzweiter für die Finalrunde zu qualifizieren. Das würde in keiner anderen Gruppe reichen.

Auch in Gruppe B sind nicht alle Teams bis in die Haarspitzen motiviert. Die Spanier schlagen Portugal mit 3:1. Es ist das einzige Match, bei dem weniger Punkte erlaufen werden, als die entsprechenden Fußball-Mannschaften in Russland Tore schießen. Dort geht das Spiel 3:3 aus.

Den Vogel in Sachen Lustlosigkeit schießen insgesamt die Portugiesen ab. Vor zwei Jahren in komplett anderer Besetzung noch der erbittert fightende Kontrahent der Russen im Finale der EURO, kommt das Team dieses Mal auf ganze drei Pünktchen in der Vorrunde. Den traurigen Höhepunkt erleben wir im letzten Vorrundenmatch:

Es reicht nicht einmal für eine Ehrenrunde. Dieser Affront kommt nicht gut an in der alsterrunning-Community. Da sich die wackeren Marokkaner mit dem EURO-erfahrenen Volker nicht gegen Spanien durchsetzen können, kommen die Iberer mit einer durchschnittlichen Leistung als Gruppenzweiter in die Finalrunde.

Der Iran um Kapitän Bernd zieht mit drei souveränen Siegen als Klassenbester der Gruppe B ins Achtelfinale ein. Sorry, der Kopf des Teams ist natürlich Detlef, der ruhende Pol. Äh, Moment, eigentlich ist es doch Linda, die nie um einen Spruch verlegen ist. Oder hat doch Duracell Shirin das Sagen in der Mannschaft? Man weiß es nicht genau ... 🙂

Top-Leistungen, Zockerei und die Todesgruppe

Berichte über die Passivität mancher Teams sollen aber beileibe nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei diesem Turnier schon in der Vorrunde Top-Leistungen abgerufen werden.

In Gruppe C setzen sich die eingangs erwähnten Dänen vor Peru durch und erzielen dabei einen Score von satten 100. Julia aus dem Team "La Blanquirroja" würde einige ihrer 132 km am liebsten mit ihrem Fiat 500 fahren, aber das ist nach den Statuten leider untersagt. "saribienchen" sichert den Franzosen durch ihren tapferen Einsatz gegen Australien zwar noch ein Unentschieden (übrigens das einzige während des gesamten Turniers), dennoch verabschieden sich die Équipe Tricolore und die Socceroos aus Down Under vorzeitig.

In der Deutschland-Gruppe F zeigen Schweden und Mexiko die besten Leistungen und ziehen nicht zuletzt wegen ihrer hohen Ausgeglichenheit und dem guten Zeitmanagement zurecht ins Achtelfinale ein. Im direkten Aufeinandertreffen erwarten viele einen Match-Highscore, aber taktische Zwänge wissen dies zu verhindern. Beide Mannschaften versuchen, den immer stärker werdenden Brasilianern im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen. Die wiederum treten aber am selben Tag gegen Serbien an, und so wissen weder die Schweden noch "El Tri", ob sie das Match nun besser gewinnen oder verlieren sollten. 🙂

Schweden gewinnt schließlich (13:12) und ebenso die Brasilianer in ihrer Gruppe E. Und so sind es am Ende die Mexikaner, die sich verzocken.

In Gruppe G bestimmen England und Tunesien das Geschehen. Die Männer von der Insel um den nimmermüden Ralph sind dabei meistens zu dritt unterwegs. Seine beiden kongenialen Teampartner Fabian und Sven können aber gut mithalten, und besonders hervorzuheben ist, dass Sven eigentlich nur als Ersatzläufer ins Team kam. Das Event hat also auch ihn angefixt – so soll es sein.

Ein Paradebeispiel für ein funktionierendes Team ist Tunesien:

Viel ausgeglichener als die Nordafrikaner kann man die Laufbelastung nicht auf das Team verteilen.

In Gruppe H sieht es nach dem ersten Match-Tag so aus, als ob dies eine regelrechte Todesgruppe werden würde. Alle vier Teams erzielen Scores jenseits der 30-Punkte-Marke, und es ist zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht absehbar, wer hier das Rennen machen wird. Dann aber sind es die Japaner, die in den Folge-Matches ihren Anspruch auf den Gruppensieg nachdrücklich anmelden. Als einzige Mannschaft holen sie in allen drei Partien jeweils über 30 Punkte und erzielen mit 105 den Vorrunden-Highscore vor Dänemark. Nicht zu vergessen dabei, dass "blackbelt" neben den ganzen Kilometern für Nippon auch noch seine seit weit über 150 Tagen anhaltende Streak verteidigen muss. Wer Weltmeister werden will, muss dieses Team schlagen!

Gruppenzweiter wird der Senegal, der mit dem Europameister Jan eine starke Stütze in seinen Reihen hat. Lediglich die Polen können ihnen einigermaßen Paroli bieten, aber sowohl in diesem als auch im Match gegen Kolumbien setzen sich die Löwen von Teranga durch.

Eine besondere Herausforderung hält die Auslosung für das Alsterpärchen Kristin und Axel bereit. Man sieht die beiden fast immer zusammen um die Alster laufen, aber das Schicksal wollte es, dass sie in zwei verschiedene Teams derselben Gruppe gelost wurden (Polen und Kolumbien). Als sie am 24. Juni im direkten Duell gegeneinander antreten, der ehrgeizige Axel es nur auf drei Runden am Morgen bringt und danach spurlos verschwindet, machen sich in der Community schon wilde Spekulationen breit. Hat Kristin die typisch weiblichen und bei uns Männern gefürchteten Druckmittel eingesetzt, sollte er es wagen, sich an einem Sieg über Polen zu beteiligen? Hat sie ihn vielleicht sogar zu Hause gefesselt? Niemand weiß, was mit Axel geschehen war. Aktenzeichen XY ungelöst – übernehmen Sie!

Aber solche perfiden Manöver haben die Polen gar nicht nötig. Sie können sich auf die Performance der erst 17-jährigen und damit jüngsten Turnierteilnehmerin Lena verlassen, die es in diesem Match auf drei und im Match zuvor gegen Senegal sogar auf fünf Runden bringt. Das polnische Laufküken ist zuvor nie mehr als eine Alsterrunde am Stück gelaufen. Es ist genau dieser Effekt, den die Challenge erreichen will: mit Hilfe des Teams über den bisherigen Leistungshorizont hinauszuwachsen.

Świetna robota, Lena!

Die Finalrunde

16 Teams schaffen es in die zweite Turnierphase, und um eine zeitliche Kollision mit dem hella-Halbmarathon zu vermeiden, werden alle acht Matches gemeinsam am 3. Juli ausgetragen – High Noon an der Alster! Wenn sich die an einem Match beteiligten Teams einig wären, könnte ihr Match auch vorverlegt werden. Dann wäre die Regenerationszeit der Achtelfinalsieger bis zum Viertelfinale länger. Diese Option wird aber von keinem Team gezogen. Positiv wirkt sich diese Entscheidung insofern aus, als dass alle Teams ausgeruht ins Achtelfinale starten können.

Tosch, der mit seinem Team Belgien schon in der Vorrunde ausschied, nutzt die neu gewonnene Freizeit, um an diesem Tag aus eigener Initiative heraus einen Getränkestand zwischen den Stationen Alsterterrasse und Alte Rabenstraße aufzubauen.

Achtelfinale

Die in der Vorrunde so starken Dänen bekommen es mit den Minimalisten aus Argentinien zu tun. Eine sichere Sache für Danish Dynamite, könnte man meinen. Sie gewinnen ihr Match auch, aber eine lockere REKOM-Einheit ist das keineswegs! Beim 37:32 erzielen beide Teams 13 Teampunkte, aber Argentinien braucht dafür nur 19 Runden zu laufen – fünf weniger als die Dänen, die wieder einmal fast nur zu dritt unterwegs sind. Für die Gauchos kommt die deutlich verbesserte und nunmehr eigentlich konkurrenzfähige Team-Performance aber leider zu spät im Turnier.

Mit dem Platz als Gruppenzweiter in der Vorrunde haben sie sich noch verzockt, und so müssen die Mexikaner schon im Achtelfinale gegen die Brasilianer ran. Das Match geht als das bis dahin umkämpfteste in die Annalen dieses Turniers ein. Selbst 51 Punkte reichen für Mexiko nicht aus, um das Power-Team um Richard Vahlhaus in die Schranken zu verweisen. Der Alster-Neymar treibt seine Mannen zu einem Hammer-Score von 60 und zieht mit ihnen ins Viertelfinale ein. Die Seleção avanciert spätestens jetzt zu einem der absoluten Top-Favoriten auf den Weltmeistertitel. Obwohl es keiner ausspricht, fiebern manche schon jetzt einem Finalduell mit den als unbezwingbar geltenden Japanern entgegen. Von der Turnieransetzung her wäre das möglich.

Aber klar, etliche Mannschaften wollen hier noch ein gewichtiges Wort mitreden. Uruguay marschiert im Schongang mit einem nie gefährdeten 30:12 gegen ein zu keiner Zeit wirklich als Team agierendes Spanien ins Viertelfinale. Island setzt sich mit 34:26 überraschend deutlich gegen die in der Vorrunde noch so beherzt auftretenden Peruaner durch, und auch England tut beim 34:21 gegen Senegal nicht mehr als nötig. Die Serben, die in der Vorrunde den Gruppensieg gegen Brasilien nur ganz knapp verpassten, nötigen Schweden eine gehörige Portion Respekt ab, müssen sich aber schlussendlich mit 36:41 geschlagen geben. Spannend wird es auch zwischen dem Iran und Ägypten. Das Team vom Persischen Golf muss den ganzen Tag ohne Bernd auskommen – ob das reicht gegen die Mannschaft von Robert Raucher, den gefürchteten Mann vom Nil, der notfalls eine Pyramide auch im Alleingang aufbauen könnte? Unfassbare 16 Runden – bis dato Turnierrekord! – steuert der Teufelskerl seinem Team bei, doch am Ende musste sich Ägypten dem Iran mit 34:41 beugen. Sein Ausscheiden hat nicht nur die Tunesierin Kirsten traurig gemacht, die ihn und seinen Kollegen Florian auf so mancher Runde begleitet hatte.

Apropos Tunesien: Sie haben die unliebsame Aufgabe, schon im Achtelfinale gegen Japan antreten zu müssen. Die Japaner wenden zum ersten Mal ihre 2-mal-2-Formation an, in der zwei Laufpaare in unterschiedlichen Geschwindigkeiten um die Alster laufen. Aber nicht nur durch diese Taktik sondern wieder einmal durch unbändigen Einsatz kämpfen die wie entfesselt laufenden Samurai die Nordafrikaner nieder. Mit 48:37 zieht Japan ins Viertelfinale ein und erzielte dabei den zweithöchsten Score aller Achtelfinalteilnehmer.

Viertelfinale – da waren's nur noch acht

Im Achtelfinale setzen sich alle Gruppensieger aus der Vorrunde durch; so gesehen gibt sich im Viertelfinale nur noch die Crème de la Crème ein Stelldichein.

Dänemark bekommt es mit den bislang ungeschlagenen Uruguayern zu tun, die für ihre Siege aber bislang nie mehr als 30 Punkte benötigt haben. Nun steht zu erwarten, dass die Südamerikaner zum ersten Mal im gesamten Turnier richtig gefordert werden. Wird Papa Jürgen als erfahrener Laufveteran seine beiden Mädels Jette und Julia sowie den feurigen Robin so motivieren können, dass sie sich für das Team zerreißen, um die dänischen Laufmaschinen zu besiegen? Eva war körperlich angeschlagen, und die vierte Kraft hat ihnen abermals gefehlt. Doch Julian und Robert, die beiden dänischen Hünen, lassen auch diesmal wieder keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie bereit sind, jeden Gegner in Grund und Boden zu laufen. Schon vor der Abend-Session ist klar, dass wir uns von den kecken Urus verabschieden müssen und Dänemarks Weg ins Halbfinale weiterführt (41:25).

Parallel zu diesem Match tritt England sein Viertelfinale an. Auch die Insulaner hatten bislang Losglück und trafen noch auf keinen der ganz harten Gegner. Lediglich in ihrem ersten Vorrundenmatch gegen Tunesien mussten sie sich richtig reinhängen. Das soll sich nun ändern, denn in der Runde der letzten acht wartet nun niemand Geringeres als Brasilien. Die Three Lions – buchstäblich vertreten durch lediglich Ralph, Fabian und Sven – kämpfen wie die Löwen, aber um kurz vor 19:00 müssen auch sie einsehen, dass sie der Urgewalt aus dem brasilianischen Regenwald nichts mehr entgegenzusetzen haben. Trotz 43 Punkten scheiden sie aus, während Brasilien seinen Siegeszug weiter bis ins Halbfinale fortsetzt. Wer kann dieses Quartett stoppen?

Die Protagonisten des zweiten Viertelfinaltages kommen glimpflicher davon. Das immer noch als geschlossene Einheit auftretende Iran kann diesmal wieder mit allen vier Läufern antreten und hat daher nicht allzu viel Mühe mit Island, dem Michael als vierter Läufer den ganzen Tag über fehlt. Sönke, Huy und Gero geben sich alle Mühe, können aber die 25:31-Niederlage am Ende doch nicht verhindern. Von dem aggressiven Islandwikinger in ihren Profilbildern müssen wir uns somit verabschieden – von den geschmeidigen Islandponys hinter den Bildern aber leider auch.

Die Schweden konnten in der Gruppenphase durch taktische Scharmützel mit Mexiko Brasilien im Achtelfinale geschickt aus dem Weg gehen und sich dann mit einer Glanzleistung gegen Serbien durchsetzen. Ihre Freude darüber währte allerdings nicht allzu lang, denn im Viertelfinale steht ihnen jetzt mit Japan ein übermächtiger Gegner gegenüber. Beim Stand von 35:13 für Japan hoffnungslos zurückliegend marschieren drei Schweden auf ihrer Abschlussrunde am Abend um die Alster, um schließlich im Red Dog auf das für sie nun endende Turnier anzustoßen. Von der Kapitulation nichts ahnend, scharren an der Station "Alte Rabenstraße" dennoch zwei Japaner schon mit den Hufen, um den Nordeuropäern durch weitere Runden endgültig den Zahn zu ziehen. Nach kurzer Aufklärung ziehen die zappeligen Japaner beruhigt vondannen, und einem genüsslichen Schweden-Bier im Red Dog steht nun nichts mehr im Wege. Trotz Aufforderung allerdings ohne die Japaner. Die sind längst wieder im Tunnel und bereiten sich akribisch auf ihr Halbfinale vor – nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Halbfinale – nur noch ein Sieg für den Olymp

Im ersten Halbfinalmatch haben nun die furiosen, aber allzu oft dezimierten Dänen die unliebsame Aufgabe, den Siegeszug Brasiliens zu stoppen. Die Zuschauer an den Bildschirmen freuen sich auf eine spannende Partie, weil sie den Dänen durchaus zutrauen, den Brasilianern Paroli bieten zu können. Die Südamerikaner legen in der Morgen-Session gleich in voller Teamstärke los:

Und die Dänen? Nichts. Oder fast nichts. Bis zum Nachmittag bringen sie es durch Marc auf eine kümmerliche Runde. Ist das wieder so ein taktisches Manöver, wie es die Schweizer zu Beginn des Turniers gezeigt haben? Aber ein zweites Mal lässt sich die Seleção nicht austricksen und legt durch Richard und später auch wieder mit dem gesamten Team jede Menge Sicherheitsrunden nach. Nein, es ist kein Fake in Rot-Weiß. Sie haben Großes geleistet in diesem Turnier, aber an diesem Tag ist Danish Dynamite ein Rohrkrepierer. Brasilien fährt das Match kräfteschonend mit 33:3 nach Hause und steht damit als erster Finalist der alsterrunning WM 2018 fest.

Aufschluss über ihren Kontrahenten soll der nächste Tag bringen, an dem sich der Iran und Japan im zweiten Halbfinale gegenüberstehen. Seit dem frühen Morgen regnet es wie aus Kübeln. Fritz-Walter-Wetter an der Alster. Für deutsche Mannschaften traditionell Bilderbuch-Bedingungen, aber in diesem Turnier waren die Bundesadler ja schon in der Vorrunde gescheitert.

Beide Teams nehmen die harten Bedingungen an. Der Iran erzielt am frühen Morgen zu dritt schon 18 Punkte. Nippon steht ihnen aber kaum nach und bringt es im selben Zeitraum auf 17 Punkte. Dieses Match scheint zu halten, was man sich von einem WM-Halbfinale verspricht.

Am frühen Nachmittag kann sich der Iran einen Vorsprung von bis zu neun Punkten herauslaufen, und das mit nach wie vor drei Läufern. Wenn jetzt noch Linda dazustößt, ist der Drops hier ganz schnell gelutscht. Deutet sich hier schon eine Vorentscheidung an? Was ist los mit den Japanern? Zeigen sie jetzt zum ersten Mal in diesem Turnier eine Schwäche? Sie hatten bis dato kein einziges leichtes Match – wirken sich diese Strapazen jetzt im Halbfinale aus?

Von wegen. Nicht die Samurai Blue. Im Laufe des Nachmittags kommen mehr und mehr Japaner an die Alster und holen den Rückstand Stück für Stück auf. Immer wieder angetrieben durch ihren Coach, der amtierenden Europameisterin Harriet, gehen sie am frühen Abend sogar in Führung. Zu allem Unglück der Iraner verlieren sie mit Shirin auch noch einen wichtigen Eckpfeiler ihres Teams, so dass Detlef und Bernd bis zum Matchende auf sich alleingestellt sind. Aber gegen die zahlenmäßige Überlegenheit der Japaner ist kein Kraut gewachsen. Es ist das erwartet spannende Match, aber am Ende gewinnen die Asiaten diese Halbfinalbegegnung mit 49:41 gegen einen tapfer kämpfenden Iran, der die Partie lange offenhalten kann und sich erst spät geschlagen geben muss.

Damit steht das Traumfinale der alsterrunning WM 2018 fest. Mit Brasilien und Japan stehen sich die beiden dominierenden Teams dieses Turniers Face-to-Face gegenüber in einem Duell der Giganten. Mehr geht nicht. Es folgt ein denkwürdiges Finale, und eines steht schon vorher fest: Der Gewinner wird ein würdiger Weltmeister sein.

Das Finalwochenende

Im Finale werden beide Protagonisten noch einmal besonders gefordert. Es ist das einzige Match im gesamten Turnier, das an zwei Tagen ausgetragen wird: am 14. Juli von 6:00 bis 22:00 und tags darauf von 6:00 bis 15:00.

Match um Platz 3 – die goldene Ananas

Im Gegensatz zur UEFA Europameisterschaft wird bei einer FIFA-Fußball-WM das Spiel um Platz 3 zwischen den Halbfinalverlierern ausgetragen. Folglich findet auch bei der alsterrunning WM 2018 das Match um Platz 3 statt. Beim Fußball häufig als das Spiel um die goldene Ananas verschrien, stehen sich am 14. Juli an der Alster in dieser Begegnung Dänemark und der Iran gegenüber. Die Laufzeit ist wie üblich auf die Zeit zwischen 6:00 und 22:00 begrenzt.

Diesen Zeitraum hätte man auch wesentlich kürzer fassen können, denn beide Teams lassen es äußerst gemütlich angehen. Als Erstes lassen sich die Dänen an Hamburgs berühmtem See blicken. Zum Ende des Turniers endlich mal wieder in vollständiger Besetzung bringen sie es in drei gemeinsamen Runden auf 21 Punkte. Einen noch "ausgeschlafeneren" Eindruck hinterlässt ihr orientalischer Kontrahent an diesem Tag – gegen 15:00 signalisiert die Match-Anzeige auch bei ihnen Aktivität. In ihrer Abschiedsvorstellung erlaufen Shirin und Bernd zusammen aber nur noch vier Punkte für ihre Mannschaft. Beide Teams haben diesem Turnier nachdrücklich ihren Stempel aufgedrückt und werden sicher noch oft an ihre gemeinsamen Erlebnisse zurückdenken. Die Explosion von Danish Dynamite an ihrem ersten Match-Tag mit dem Paukenschlag gegen Peru ist erloschen. Dänemark erreicht mit dem heutigen Sieg den dritten Platz bei der alsterrunning WM 2018. Glückwunsch!

Das Finalmatch

Wesentlich früher und turbulenter starten die beiden Finalisten in den Tag. Wie nicht anders zu erwarten stehen sowohl Brasilien als auch Japan siegesgewiss um kurz nach 6:00 vor ihren Startstationen und scharren mit den Hufen. Brasilien zu viert und Japan zunächst nur zu dritt, aber in der zweiten Runde stößt mit Franzi auch die vierte Kraft dazu.

Morgen-Session? War gestern

Bislang war es im Turnier üblich, dass die Teams eine Morgen-Session zwischen zwei und vier Runden in hoher Mannschaftsstärke hinlegten. Auch um den Gegner gleich zu demoralisieren oder ihm am besten schon frühzeitig den Zahn zu ziehen. Nicht so heute. Wohlwissend um die Stärke ihrer Gegner spulen beide Teams bis in den Nachmittag hinein Runde für Runde ab. Und während die Brasilianer auf all diesen Runden ohne Unterbrechung und in voller Besetzung unterwegs sind, bestreiten die Japaner diverse Runden nur zu dritt und genehmigen sich die eine oder andere kurze Pause. Die Asiaten sind dafür im Schnitt etwas schneller unterwegs.

Gegen 15:30 verordnet nun auch Richard seinen Südamerikanern Erholung. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Brasilien bereits 59 Punkte eingefahren und damit fast seinen eigenen Highscore aus dem Achtelfinale gegen Mexiko erreicht. Und der Tag und das Match sind ja noch lang! Japan steht zu diesem Zeitpunkt erst bei 43 Zählern. In einem normalen Match könnten sich die Samurai mit diesem Score beruhigt zurücklehnen und mit einem leckeren Sake auf den Sieg anstoßen. Aber dies ist kein normales Match. Der Gegner heißt Brasilien. Deutet sich hier schon eine Vorentscheidung an? 16 Punkte Differenz sind auf diesem Niveau immerhin kein Pappenstiel.

Niemals aufgeben

Aber bislang ist erst ein gutes Drittel absolviert. Und David als akribischer Match-Analyst in den Reihen Japans hat diesen Rückstand durchaus einkalkuliert. Die Samurai nutzen die brasilianische Siesta zur Aufholjagd und kämpfen sich zunächst bis auf 53 Punkte heran, ehe auch ihre Team-Aktivität auf der Match-Details-Seite kurzzeitig zum Erliegen kommt.

Doch die Auszeit währt nicht allzu lang, und auch die Brasilianer kehren um kurz nach 18:00 wieder zurück in die Arena an der Alster. Am Abend geht es dann noch einmal richtig zur Sache. Obwohl beide Teams durchgehend auf den Beinen sind, holen die Japaner den Rückstand Runde für Runde auf und sind um 22:00 wieder voll im Rennen. Am Ende des ersten Finaltages liegt Japan sogar mit 77:76 in Führung.

Sie haben den bisherigen Highscore weit hinter sich gelassen. Eine unglaubliche Leistung beider Teams. Dieses Match steht auf des Messers Schneide. Die Reaktionen der Zuschauer fallen dementsprechend euphorisch aus.

Finale, Teil 2 – der alles entscheidende Tag

Der zweite Finaltag muss nun die Entscheidung bringen. Überflüssig zu erwähnen, dass sich beide Teams auch an diesem Tag wieder um kurz nach 6:00 an der Alster einfinden. Schon der Weg an die Startstationen dürfte ihnen Schmerzen bereiten, und jetzt wartet aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch ein neunstündiges Martyrium auf sie.

Traditionell an der Station "Schöne Aussicht" startend agiert Brasilien sofort zu viert. Im Gegensatz zum Vortag finden sich an der Station "Alte Rabenstraße" diesmal von Beginn an auch alle vier Japaner ein. Die erste Runde des Tages laufen beide Mannschaften noch in geschlossener Formation. Nippon ist zunächst schneller unterwegs und baut seinen Vorsprung daher minimal aus.

Taktik, Taktik, Taktik

Dann aber wirken sich die Strapazen des Finales offenbar so stark auf einige Mitglieder beider Teams aus, dass beide zeitgleich zur schon bekannten 2-mal-2-Formation wechseln. Die Japaner wählen ihre Lauftempi so, dass sie sich nach drei Runden mit allen Athleten wieder an ihrer Startstation treffen, um von da aus in voller Teamstärke wieder eine Runde zusammen zu laufen.

Bei Brasilien läuft ein Pärchen doppelt so schnell wie das andere, so dass auch hier eine gemeinsame Anschlussrunde zu viert möglich wird. Am zweiten Finaltag schaffen es die Japaner auf drei Runden in Komplettbesetzung – Brasilien aber bringt es auf fünf. Entscheidet am Ende die ausgeklügeltere Taktik über den Titel?

Der gute Geist

Auch in diesem Jahr baut "KleinerTurnschuh" – der gute Geist von alsterrunning – in Höhe der Messstation "Schöne Aussicht" wieder liebevoll einen Verpflegungsstand mit allerhand Getränken und Leckereien für die Athleten auf. Er dient auch als Meet-and-Greet-Point für viele Alsterrunner, von denen sich manche den Läufern spontan für eine Runde anschließen. Mit jeder Flasche Sekt steigt nicht nur die Stimmung deutlich hörbar an, sondern auch die Beifallsstürme bei vorbeiziehenden Finalisten.

Fotofinish

Zurück zum Match: In den letzten beiden Stunden des Finales erkämpft sich die Seleção einen Vorsprung von zwei Punkten, die die an ihrer Erschöpfungsgrenze laufenden Japaner durch Erhöhung der Geschwindigkeit nicht aufholen können, dazu sind sie einfach zu platt. Aber es bleibt ihnen eine letzte Chance: Beendet Japan seine letzte gemeinsame Runde deutlich vor den Brasilianern, können sie den Rückstand vielleicht noch mit Hilfe der Teampunkte durch Pendeln zwischen zwei Stationen in allerletzter Sekunde wettmachen. Bei Punktegleichstand würden sie das Ruder durch die kürzere Gesamtzeit tatsächlich noch rumreißen.

Aber das Glück ist heute auf der Seite der Südamerikaner. Die Brasilianer beherrschen natürlich auch die Pendeltaktik und können damit ihrerseits Sekunden vor dem Schlusspfiff sogar noch einen Punkt rausholen. Sie entscheiden dieses Match schließlich hauchdünn mit 131:129 für sich.

Allen Athleten waren die Strapazen der letzten beiden Tage deutlich anzusehen, aber die Gesichter waren voller Selbstbestätigung, Zufriedenheit und Stolz.

Brasilien und Japan liefern sich einen epischen Fight um die Krone des Jahresevents. Die nur denkbar knapp unterlegenen Japaner fordern ihrem Gegner alles ab und erweisen sich als absolut würdiger Finalgegner auf Augenhöhe.

Die Brasilianer erobern die Herzen der alsterrunning-Community in einem dramatischen Herzschlagfinale und werden Weltmeister.

Wie das Event vor zwei Jahren hat auch die alsterrunning WM 2018 große Begeisterung bei Läufern und Zuschauern ausgelöst. Viele Alsterrunner wurden zu Leistungen angetrieben, von denen sie zuvor nicht zu träumen gewagt haben. Die Zuschauer haben bei spannenden Matches mitgefiebert. Es sind neue Freundschaften entstanden, und die Community ist wieder ein Stück weiter zusammengewachsen.

Mission accomplished!

Ist denn jetzt auch wirklich alles gesagt?

Nein, noch nicht.

Jetzt aber. 👍😂

Thomas Mantay, 15.07.2018
Nizar Müller
Großartig geschrieben! Freue mich schon auf die nächste EM. Weiter so und Danke für die Orga! ;-)
Montag, 23. Juli
run4fun
RESPEKT !! Thomas - ganz toll geschrieben - macht Spaß es zu lesen - auch als diesmal Unbeteiligter
Freitag, 20. Juli
Lutz_
@Matze 👍
Donnerstag, 19. Juli
Matze2015
So, nach drei Tagen habe ich das Buch, äh den Blogbeitrag auch durch. 😁 @Thomas: Mal wieder eine Riesenleistung von Dir! Deinem unermüdlichen Einsatz an der Laufstrecke, bei der Programmierung und natürlich diesem Blogbeitrag ist es zu verdanken, dass wir alle so viel Spaß hatten während der vier Wochen. Und zwar auch diejeinigen, die gar nicht teilgenommen haben oder früh ausgeschieden sind. Danke! @Lutz: eine weitere Erkennntis aus den Bergen: wenn gewinnen, dann am liebsten gegen Brasilien... 🇨🇭
Mittwoch, 18. Juli
xyla80
Hat wieder viel Spaß gemacht die Veranstaltung. Wäre gern noch am Montag dazugekommen, aber der Urlaub kam dazwischen. Vielen Dank für die Organisation und danke auch an Team Polen. Das war lustig und es war super, dass uns einige und andere Mannschaften begleitet haben. Vielen Dank dafür und Glückwunsch an alle, die es durchgezogen haben und so weit gekommen sind. Bis zum nächsten mal. Hagen
Mittwoch, 18. Juli
Lutz_
Ich bin jetzt erst aus meinem Caipirinha rausch aufgewacht, daher kommt der Kommentar etwas später. Ich schließe mich allen Vor Kommentaren an.. Insbesondere Harriet trifft es auf dem Punkt. Es war ein Wahnsinns Event. Die Siegehrung im Acis Store war Weltklasse. Die ganze WM hat viel Spaß gemacht. Ich habe, auch außerhalb meines Teams, viele , viele nette Leute kennengelernt. Und eine Erkenntnis bleibt, wenn verlieren, dann am liebsten gegen Brasilien ;-) @Thomas ; aber eine Frage ist noch nicht geklärt, wer war denn nun bei Iran der Team KapiänIn
Mittwoch, 18. Juli
Judith Anna Banck
Doppelt hält besser!!! Dachte mein Kommentar wurde nicht hinzugefügt 🙈
Mittwoch, 18. Juli
Judith Anna Banck
Lieber Thomas, im Grunde wurde hier schon alles gesagt aber auch ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken. Es war ein rundum Schönes Event und eine tolle Erfahrung zugleich. UNGLAUBLICH, was du auf die Beine gestellt hast, es war ein RIESENSPASS, lieben Dank dafür 😁🎉👍
Mittwoch, 18. Juli
Judith Anna Banck
Lieber Thomas, ganz herzlichen Dank für diesen Wunderbar geschriebenen Bericht. UNGLAUBLICH, was du mit der Alsterrunning WM auf die Beine gestellt hast. Dieses Event war von Anfang an bis zum Ende einfach nur toll. Immer wieder schön, zu erleben, dass es Menschen wie dich gibt, die sich Einfach daran erfreuen wenn so viele Alsterrunner wie verrückt um die Alster flitzen. Ich kann nur für mich sprechen aber wie ich hier den Kommentaren entnehme, war es für alle ein großer Spaß, also vielen, lieben Dank dafür 😁🎉👍
Mittwoch, 18. Juli
Thomas Mantay
@Harriet: Ich konnte ja viel Programmcode wiederverwenden von der EURO vor 2 Jahren, deswegen hatte ich diesmal ein bisschen mehr Zeit, um mit den Teams ein bisschen mitzulaufen. alsterrunning-Kniffel, mal schauen, was ihr da so ausheckt. ;) Ich habe aber auch schon eine Idee für ein neues Event, das bei weitem nicht so komplex wie diese WM, das wesentlich kürzer sein wird und bei dem man auch nicht so viel laufen muss. Wird bestimmt Spaß machen. Aber erst einmal habt ihr jetzt ein paar Monate Ruhe vor mir. 😬
Mittwoch, 18. Juli
Thomas Mantay
Vielen Dank, liebe Leute, für das nette Feedback. Meine Motivation, solche Events auf die Beine zu stellen, ziehe ich in erster Linie daraus, dass sie bei euch so gut ankommen und dass ihr euch am Teich und auch am Bildschirm so reinhängt. Trotzdem: Es ist nichts so gut, als dass es nicht noch verbessert werden könnte. Deswegen bin ich auch an Kritik interessiert, die ihr gerne hier oder über das Kontaktformular (Betreff: WM 2018!) oder mir auch per Mail an thomas@alsterrunning.de mitteilen könnt.
Mittwoch, 18. Juli
Peter Tillmanns
Nicht nur alles perfekt programmiert und organisiert, sondern an Dir ist auch ein Sportberichterstatter verloren gegangen. :-) Klasse, Thomas!
Mittwoch, 18. Juli
KleinerTurnschuh
Thomas, wann machst du das nur alles 😳? Superklasse!!! Vielen Dank - ein Lesemuß für je jeden Alsterrunner
Mittwoch, 18. Juli
chunky_monkey
Danke für diesen sehr detaillierten Bericht! Es war eine herrliche Veranstaltung. Aber was kommt jetzt? Es muss weitergehen 😀
Mittwoch, 18. Juli
Henry
Lieber Thomas, das war von Anfang an eine sensationelle Veranstaltung. Oder, um es mit Kais Worten zu sagen: "Schlechtes Timing: Da läuft das Sportereignis des Jahres - und parallel veranstaltet die FIFA die Fußball-WM." PS: Wegen des von Europameisterin Harriet angesprochenen Kniffelns: Lustigerweise hatte der andere Europameister Jan mir das auch schon am Sonntag erzählt, er ist also auch mit im Boot. Und falls daraus mal was wird und es anschließend Regressforderungen der teilnehmenden Opfer gibt, haftet Jan zuerst. Wir schließen uns demnächst mal zusammen, wenn der WM-Schweiß getrocknet ist.
Dienstag, 17. Juli
Kolja Schröder
Thomas, vielen Dank für diesen tollen Bericht und für das tolle Event. Mal wieder von vorne bis hinten ein absolut rundes Ding. Und natürlich vielen Dank für die gemeinsame Runde. Ich freue mich auf die kommenden Events.
Dienstag, 17. Juli
Robin Walser
Moin Thomas, eine super Zusammenfassung der letzten 4,5 Wochen! Es hat wieder viel Freude bereitet an diesem Event teilzunehmen - auch wenn wir nun leider wieder 2 Jahre warten müssen :( Jede Menge Gutes für den Körper gemacht und gleichzeitig noch tolle Leute kennengelernt. Zu guter Letzt: Klasse Orga von Eurer Seite, auch kleine Fehler wurden schnell behoben. Vielen Dank!
Dienstag, 17. Juli
Steckel
Lieber Thomas, ein seeeeeeeeeeeeeehr langer Bericht, aber ich habe jede Zeile genossen. Weiter so Thomas. Man merkt, Du lebst Alsterrunning! Sportliche Grüße Andreas
Dienstag, 17. Juli
Frank Zimmermann
Danke dir, Thomas, für den Bericht. Wunderbar geschrieben, und jedwedes Engagement lobend hervorgehoben. Ganz toll!
Dienstag, 17. Juli
peterphandere
Es war einmal mehr großartig was alle hier geleistet haben. EIn ganz großes, dickes DANKE! Es ist und bleibt halt die schönste Laufstrecke der Welt und mit all den lieben Menschen die ich hier Dank dieser tollen Events kennenlernen darf um so toller. Wir sehen uns am Teich!
Dienstag, 17. Juli
Rennsau
Lieber Thomas, bis ins Detail ein ganz toller Bericht vin dir. Vielen Danke dafür. Du hast es klasse organisiert, musstest dir ab und an mal ein paar komische Komentare gefallen lassen, aber du hast alles weggesteckt und warst immer auf der Höhe. Am meisten Spaß hat es mir gemacht gegen die zornigen Russen mit den dampfenden Henry zu laufen. Es war immer wieder herrlich. England mussten wir immer wieder moralisch unterstützen, besonders im Duell gegen Panama da war Ralph schon fast geschlagen. Thomas du hast alles im Griff gehabt und wir hatten vier Wochen unseren Spaß. Vielen Dank und wir freuen uns auf das nächste Event.
Dienstag, 17. Juli
Alsterrunner
Lieber Thomas, ganz toller Bericht. Du hast heute die Siegerehrung schon super moderiert, aber der Bericht ist noch besser. Es war eine tolle Zeit in den letzten fünf Wochen und das verdanken wir vor allem Dir. Ich möchte nicht wissen, wie viele Stunden Du letztlich mit diesem Turnier verbracht hast. Herzlichen Dank !
Montag, 16. Juli
Harriet
Lieber Thomas. Nach dieser tollen Siegerehrung heute Abend sitze ich auf meinem Bett und schmökere hier in Deinem tollen Bericht: Der letzte, dankende Gedanke geht heute an Dich. Danke für die Programmierung, für das Mitlaufen und Eskortieren, für das Erinnerungsfotografieren, für das aufmerksame Beobachten, für die schönen Anekdoten, die Du Dir gemerkt und nun zusammen getragen hast. Du warst alle Wettkampftage auch an unserem Teich. Immer irgendwo schauend, ob es allen gut geht oder etwas optimiert werden kann. Respekt. Dass Du immer die Nerven behältst, koordinierst, schlichtest. Auf das nächste, große Ding! Ohne ZEUGEN :) Harriet P.S. Bin gerade mit Henry gelaufen. Wir haben eine Idee für ein Alsterrunning Kniffeln. Wir malen Dir mal was auf und Du musst das dann "nur noch programmieren". :))))
Montag, 16. Juli
Zum Kommentieren bitte einloggen.